Auf den Punkt: Zitronengras ist ein aromatisches Süssgras, das weltweit als Gewürz und für die Zubereitung von Tees geschätzt wird. In der traditionellen Pflanzenkunde wird es aufgrund seiner ätherischen Öle, insbesondere Citral, häufig verwendet. In wissenschaftlichen Laboruntersuchungen werden antioxidative und mikrobiologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe untersucht, auch wenn belastbare klinische Studien am Menschen noch begrenzt sind.
Hintergrund: Zitronengras liefert aromatische ätherische Öle, die traditionell geschätzt werden.
Anwendungsbereiche: Kulinarisches Gewürz, Kräutertee-Zutat, Aromatherapie, Traditionelle Pflanzenkunde
Zitronengras, botanisch als Cymbopogon citratus bekannt, ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Süssgräser (Poaceae). Ursprünglich in den tropischen Regionen Südostasiens beheimatet, wird es heute in vielen warmen Klimazonen weltweit kultiviert. Die Pflanze zeichnet sich durch ihre langen, schilfartigen Blätter aus, die beim Zerreiben einen intensiven, erfrischenden Zitrusduft verströmen. Dieser charakteristische Geruch und Geschmack ist in erster Linie auf den hohen Gehalt an ätherischen Ölen zurückzuführen, wobei Citral die dominierende Komponente darstellt. In der asiatischen Küche ist Zitronengras ein unverzichtbares Gewürz, das Suppen, Currys und Marinaden eine frische Note verleiht. Darüber hinaus hat es eine lange Geschichte in der traditionellen Kräuterkunde, wo es oft als Aufguss zubereitet wird. Die traditionelle Anwendung zielt meist auf das allgemeine Wohlbefinden ab. Moderne phytochemische Analysen haben eine Vielzahl von bioaktiven Verbindungen im Zitronengras identifiziert, darunter Flavonoide und phenolische Verbindungen, die das Interesse der wissenschaftlichen Forschung geweckt haben.
Zusammensetzung: Die im Zitronengras enthaltenen Inhaltsstoffe, allen voran das ätherische Öl Citral sowie verschiedene Flavonoide, sind Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. In In-vitro-Studien zeigten diese Verbindungen antioxidative Eigenschaften, indem sie freie Radikale neutralisieren und so die Zellen vor oxidativem Stress schützen können. In Laborversuchen werden zudem mögliche Effekte der ätherischen Öle auf Mikroorganismen untersucht. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Mechanismen primär in experimentellen Modellen beobachtet wurden und die genauen physiologischen Abläufe nach dem Konsum von Zitronengrastee oder -extrakt beim Menschen noch Gegenstand aktueller Forschung sind.
Da Zitronengras in erster Linie als Lebensmittel und Genussmittel konsumiert wird, gibt es keine streng standardisierten Dosierungsempfehlungen wie bei isolierten Nahrungsergänzungsmitteln. Für die Zubereitung eines traditionellen Tees werden üblicherweise ein bis zwei Teelöffel getrocknetes oder frisches, zerkleinertes Zitronengras mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und für etwa fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Dieser Aufguss kann ein- bis dreimal täglich getrunken werden. Bei der Verwendung von ätherischem Zitronengrasöl ist grösste Vorsicht geboten: Es darf niemals unverdünnt eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden, da es stark reizend wirken kann. In der Küche wird das frische Gras nach Geschmack dosiert, wobei meist nur die weichen, inneren Teile des unteren Stängels verwendet oder die ganzen Stängel zum Aromatisieren mitgekocht und vor dem Servieren entfernt werden.
Die wissenschaftliche Evidenz zu Zitronengras stützt sich überwiegend auf In-vitro-Studien und Tierversuche sowie auf eine lange Tradition der empirischen Anwendung. In Laboruntersuchungen werden antioxidative und mikrobiologische Eigenschaften von Extrakten und des ätherischen Öls von Cymbopogon citratus untersucht. Einige kleine klinische Pilotstudien haben Hinweise auf einen möglichen Einfluss auf bestimmte Stoffwechselparameter geliefert. Dennoch fehlen gross angelegte, randomisierte und placebokontrollierte Humanstudien, um spezifische Aussagen abzuleiten. Daher wird Zitronengras in der modernen Wissenschaft primär als aromatisches Lebensmittel eingestuft, dessen Inhaltsstoffe weiter erforscht werden.
Der Verzehr von Zitronengras in lebensmittelüblichen Mengen gilt für die meisten Menschen als äusserst sicher und gut verträglich. Bei übermässigem Konsum von hochkonzentrierten Tees oder Extrakten können in seltenen Fällen leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Besondere Vorsicht ist bei der Anwendung des reinen ätherischen Öls geboten: Unverdünnt auf die Haut aufgetragen, kann es zu starken Reizungen oder allergischen Reaktionen führen. Schwangere Frauen sollten den Konsum von grossen Mengen Zitronengrastee vermeiden, da einige Inhaltsstoffe in Tierversuchen in sehr hohen Dosen die Gebärmutter stimulieren könnten; die Verwendung als normales Küchengewürz gilt jedoch als unbedenklich. Personen mit bekannten Allergien gegen Süssgräser sollten den Kontakt und Verzehr meiden.
Zitronengras ist selbst ein Lebensmittel und wird nicht als Quelle für einen isolierten Nährstoff betrachtet, sondern als eigenständige Zutat. Es ist frisch, getrocknet, als Pulver oder in Form von Teezubereitungen im Handel erhältlich. Frisches Zitronengras findet man häufig in asiatischen Supermärkten oder gut sortierten Gemüseabteilungen, wo es an seinen langen, hellgrünen bis weisslichen Stängeln zu erkennen ist. Getrocknetes Zitronengras ist ein fester Bestandteil vieler Kräuterteemischungen, oft in Kombination mit Ingwer, Minze oder Grüntee. In der asiatischen, insbesondere der thailändischen und vietnamesischen Küche, ist es eine essenzielle Zutat für Würzpasten, Currys und traditionelle Suppen wie Tom Yum.
Der intensive Zitrusduft des Zitronengrases ist nicht nur für Menschen ansprechend, sondern erfüllt in der Natur auch einen praktischen Zweck: Er wirkt als natürliches Repellent gegen bestimmte Insekten. Aus diesem Grund wird das aus der Pflanze gewonnene Citronella-Öl häufig in natürlichen Mückensprays und Duftkerzen verwendet. In einigen asiatischen Kulturen wird Zitronengras zudem eine spirituelle Bedeutung zugeschrieben; es wird in Reinigungsritualen eingesetzt, um negative Energien zu vertreiben. Interessanterweise behält das Gras sein Aroma auch nach dem Trocknen sehr gut, weshalb es sich hervorragend für die Vorratshaltung eignet.
Nein, Zitronengras ist von Natur aus koffeinfrei und eignet sich daher gut als Heissgetränk für die Abendstunden.
Die äusseren Blätter und der obere Teil des Stängels sind sehr faserig und zäh, weshalb sie meist nur mitgekocht werden. Das weiche Innere des unteren Stängels kann jedoch sehr fein gehackt roh in Salaten verzehrt werden.
Als gelegentliches Gewürz im Essen ist es unbedenklich. Von grossen Mengen Zitronengrastee oder der Einnahme von Extrakten wird während der Schwangerschaft jedoch abgeraten, da die Datenlage zur Sicherheit unzureichend ist.
Frische Stängel halten sich im Kühlschrank, in ein feuchtes Tuch oder Plastik gewickelt, bis zu zwei Wochen. Sie lassen sich auch hervorragend einfrieren, ohne viel von ihrem Aroma zu verlieren.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschliesslich der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise.